Worin besteht der Unterschied?
Die echte Grippe, medizinisch Influenza, und Covid-19 sind ernste Erkrankungen. Gerade Menschen mit angeschlagenem Immunsystem sind bei einer Infektion gefährdet. Doch es gibt Maßnahmen, mit denen du dich schützen kannst. Erfahre hier, wie du vorbeugst und was bei einer Erkrankung hilft.
In Deutschland beginnt die Zeit der Grippewelle in der Regel nach dem Jahreswechsel und dauert drei bis vier Monate an, so informiert das Robert Koch Institut. Auch Covid-19 hat in dieser Zeit Hochsaison, denn Viren verbreiten sich besonders gut, wenn es draußen kalt ist. Ein ganzes Vierteljahr über sind wir also von fiesen Erregern bedroht, die zudem von Saison zu Saison mutieren und daher immer wieder eine Gefahr für unser Immunsystem und unsere Gesundheit darstellen. Hier erfährst du alles Wichtige, um dich möglichst gut dagegen zu wappnen.
Banale Erkältungen sowie die echte Grippe, also Influenza, und auch Covid-19 werden durch Viren verursacht. Doch bei der Grippe und Covid-19 handelt es sich um bestimmte Virenarten, die Influenza-Viren und SARS-CoV-2. Was diese Erreger im Körper anrichten, spüren Betroffene gleich zu Beginn der Erkrankung: Bei Erkältungssymptomen, die medizinisch als grippaler Infekt zusammengefasst werden, stellen sich die Beschwerden normalerweise schleichend ein: erst läuft die Nase, dann kratzt es im Hals, Husten, leichte Kopf- und Gliederschmerzen sowie Erschöpfung und Fieber können hinzukommen. Ganz anders trifft dich die Influenza: Die Beschwerden treten von jetzt auf gleich auf: gerade noch fit, liegst du kurz darauf schlapp im Bett. Typisch sind dabei hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost, heftig Glieder- und Kopfschmerzen sowie starke Abgeschlagenheit. Auch Magen-Darm-Probleme können auftreten. Bei Covid-19 sind die Symptome ganz ähnlich. Allerdings: Wer schon einmal Kontakt mit dem SARS-CoV-2 hatte und/oder geimpft ist, wird wahrscheinlich nur milde oder keine Symptome wahrnehmen.
Eine banale Erkältung klingt üblicherweise nach rund einer Woche komplett ab. Mit der echten Grippe hast du dagegen länger zu kämpfen. Bei Covid-19 kommt es darauf an: bist du geimpft und/oder genesen? In beiden Fällen gilt: Hat’s dich richtig erwischt, kann es mitunter Wochen dauern, bis du wieder völlig fit bist.
Tipp:
Da die Symptome von Grippe und Covid-19 ähnlich sind, solltest du einen Test machen. Antigenschnelltests aus der Drogerie oder Apotheke können bei richtiger Anwendung und hoher Viruslast ein ähnlich zuverlässiges Ergebnis liefern wie Tests in der ärztlichen Praxis. Achte beim Kauf auf eine CE-Kennzeichnung. Inzwischen gibt es Kombi-Test-Kits, die Influenza- und Corona-Viren nachweisen können. Lass dich in der Apotheke beraten!
Bei Grippe wie bei Corona: Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über die sogenannte Tröpfcheninfektion: Dabei werden die Viren in winzigen Tropfen über das Sekret aus dem Nasen-Rachen-Raum einer infizierten Person ausgestoßen, also durch Husten, Niesen aber auch durch die Aussprache. Gelangen die Viren so in die Luft und können sie eingeatmet werden. Auch auf Oberflächen können sich die Viren niederlassen und eine Zeit lang überdauern, so dass auch Schmierinfektionen möglich sind.
Türklinken, Einkaufswagen, Geländer, Haltegriffe … Vor allem an Orten, wo viele Menschen versammelt sind, etwa auf Konzerten oder im Kino, können Viren lauern. In der Erkältungszeit ist deswegen grundsätzlich gute Hygiene ratsam, also regelmäßig Händewaschen und gegebenenfalls einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem sollte man auf Händeschütteln besser verzichten und besonders von Personen, die husten, niesen oder starken Schnupfen haben, lieber Abstand halten. In Gemeinschaftsräumen regelmäßig gut lüften!
Den besten Schutz vor Influenza und vor Covid-19 bieten Impfungen. Zwar lässt sich eine Infektion nicht zu hundert Prozent vermeiden, jedoch kann die Impfung das Risiko für einen schweren Verlauf bei beiden Erkrankungen deutlich senken, so zeigen Studien. Die Impfung gegen Grippe kann auch zusammen mit der Corona-Auffrischimpfung erfolgen, dann bekommst du in jeden Arm einen Piks.
In den meisten Fällen werden inzwischen beide Impfungen gut vertragen. Es können jedoch an der Einstichstelle Rötungen oder Schwellungen sowie Druckschmerzen auftreten. Eher selten sind Beschwerden wie Kopf- oder Gliederschmerzen, Müdigkeit, Frösteln oder leichtes Fieber. Solche Symptome klingen jedoch bald wieder ab.
Gut zu wissen:
Beide Impfungen schützen nicht vor normalen Erkältungskrankheiten!
Expertinnen und Experten empfehlen, die Schutzimpfungen im Herbst vornehmen zu lassen, ab Oktober. Vor allem ältere Menschen, deren körpereigene Abwehr oft nicht mehr so fit ist, sollten zum Impfen gehen. Es dauert rund 14 Tage, bis sich der volle Impfschutz aufbaut. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Noch nicht geimpft? Dann lass dich in deiner hausärztlichen Praxis oder deiner Apotheke vor Ort beraten, ob eine Impfung jetzt Sinn macht. Die Impfungen solltest du in der Regel jedes Jahr erneuern, weil die Viren sich verändern.
Neben Senioren rät die STIKO allen zur Impfung, die einem stark erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich anzustecken. Dazu zählen Menschen in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr, medizinisches Personal und Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen sowie Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften wie Alten-, Pflege- und Flüchtlingsheimen. Auch Angehörige oder Pflegende sollten sich impfen lassen, um die von ihnen betreuten Menschen zu schützen.
Wenn dich die Grippe oder Covid-19 erwischt hat, wirst du ohnehin wenig Energie für Anstrengungen haben. Wichtig sind jetzt Schonung und Bettruhe, damit du bald wieder auf die Beine kommst. Tipp: Ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen, falls du Fieber hast, und den Körper bei der Bekämpfung der Krankheitserreger zu unterstützen. Wechsel am besten ab zwischen Wasser, Fruchtsaftschorle, leicht gesüßtem Tee und salziger Brühe. Bei erhöhter Temperatur können Lindenblütentee und Wadenwickel Linderung bringen. Rezeptfreie Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure helfen bei höherem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Deine Apotheke kann dich auch telefonisch beraten, was du am besten in welcher Dosierung einnehmen sollst. Dein Arzt oder deine Ärztin kann in bestimmten Fällen antivirale Wirkstoffe verordnen, um den Verlauf zu mildern. Das ist in der Regel eher bei chronisch kranken und immungeschwächten Menschen nötig.
Du fühlst dich außerordentlich krank, leidest unter ausgeprägten Glieder- und Kopfschmerzen und hast anhaltend hohes Fieber, über 38,5 Grad? Dann lass dich besser zeitnah ärztlich abchecken. Ein Test kann zeigen, ob es sich um Influenza oder Corona handelt oder ob eine andere Erkrankung hinter den Symptomen steckt, etwa eine Lungenentzündung – die kann übrigens auch ohne Husten vorliegen. Auf jeden Fall ist ärztlicher Rat wichtig, um einen möglicherweise drohenden schweren Verlauf mit Medikamenten abzupuffern. Erspar dir den Weg ins Wartezimmer, ruf lieber in der Praxis an. Die meisten Praxen bieten eigene Infektionssprechstunden. Außerhalb der Praxiszeiten wirst du vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst bundesweit unter der Telefonnummer 116 117 kostenlos beraten, was zu tun ist.
Quelle: Apotheken Umschau